Barocke Wandmalereien im Innenhof des Hochschlosses

Seit Gründung der Esterházy Privatstiftung ist es gelungen, Burg Forchtenstein durch umfangreiche und aufwendige Restaurierungen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und für die Nachwelt zu erhalten. Besonders hervorzuheben sind die Freilegung und Konservierung der Wandmalereien im Innenhof, die die einstige Farbenpracht und den Glanz des barocken Schlosses zurückholen.

Barocker Glanz auf Burg Forchtenstein
Charakteristisch für ungarische Adelssitze im 17. Jahrhundert waren deren wehrhafte Erscheinung nach außen sowie die barocke Prachtentfaltung im Inneren. Burg Forchtenstein ist das einzig komplett erhaltene Beispiel dafür. Nach der Erhebung Paul I. Esterházys in den Reichsfürstenstand 1687 machte er die Burg zu seinem fürstlichen Stammsitz und Zentrum seiner Kunstsammlungen. Die Neugestaltung der Burg durch Wandmalereien und Aufstellung seines Reiterstandbildes wurden 1691 abgeschlossen und machten sie zum Ort höfischer Pracht.

Wandmalereien
Der Innenhof diente als barocker Festsaal und ist somit Zentrum der Burganlage und gestalterischer und inhaltlicher Höhepunkt. Die barocken Wandmalereien in farbenprächtiger Scheinarchitektur (Secco-Technik) mit Säulen, Gesimsen und 130 Kaiserportäts ersetzten eine plastische Wandgestaltung und gelten mit ihren fast 1.000 m² als die größten nördlich der Alpen.

Restaurierung der Fassade im Innenhof
Bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts erschienen die Malereien nicht mehr zeitgemäß und wurden übertüncht. Diese Kalktünchen erwiesen sich Anfangs als guter Schutz für die Malereien; durch negative Umwelteinflüsse, wie sauren Regen, verwitterten sie aber zunehmends.
Bakterien und Pilze zerstörten die organischen Bindemittel der Malschicht, Vergipsung (Umwandlung der Kalkanteile der Malschicht) und Versinterung (Kalk setzt sich als Kruste an der Oberfläche ab) taten ihr Übriges. In den Jahren von 1991 - 2005 ist es der Esterházy Privatstiftung mit der Hilfe des Bundesdenkmalamtes und der Burgenländischen Landesregierung gelungen, die bemerkenswerten Wandmalereien in aufwendigen und kostenintensiven Restaurierungen zu erhalten.

Festsaal des Hochschlosses
Die fehlenden Teile der Fassadenmalerei - auf der West- und Nordfassade ist die Malerei weitgehend verloren - wurden nur dort zurückhaltend ergänzt, wo es sich um rein dekorative Elemente handelte. So ist es gelungen, die barocke Pracht des Innenhofes für Besucher wieder erlebbar zu machen. Der Innenhof, de facto der Festsaal des Hochschlosses, ist nun ein repräsentativer Ausgangspunkt der Führungsrundgänge und hochkarätiges Entree für den Besucher der Burg.

Eines von insgesamt 130 Kaiserportäts

Blick in den Innenhof des Hochschlosses nach Fertigstellung der Restaurierungsarbeiten

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last update 14.12.2006