Am 26. August 2002 jährte sich die Türkenschlacht von Vezekény zum 350. Mal. Da die Familie Esterházy bei dieser Schlacht vier ihrer Mitglieder verloren hatte, nahm die Esterházy Privatstiftung dieses Datum zum Anlass für eine Sonderausstellung zum Thema Okzident und Orient.
Das Thema der Ausstellung war die Epoche der Türkenkriege, die fast 200 Jahre andauerte. Dabei sollte nicht nur der kriegerische Aspekt beleuchtet, sondern auch der kulturhistorische Einfluss des Orients auf den Okzident demonstriert werden. Schwerpunkte der Sonderausstellung waren die Vermittlerrolle der Esterházy im osmanischen Reich, die Steuergeschenke an die Hohe Pforte, die durch zahlreiche Exponate demonstriert wurden, sowie die Rolle und Stellung der türkischen Elitekrieger der Janitscharen. Außerdem wurde dem Harem als privater Bereich des Sultans Platz gewidmet.
Einen großen Teil der Ausstellung bildet die sogenannte »Türkenbeute«, die hauptsächlich aus den Schlachten und Belagerungen der Rückeroberungen Ungarns durch das kaiserliche Heer nach der 2. Türkenbelagerung Wiens (1683) stammt. Einige Teile wurden jedoch nicht erbeutet, sondern kamen als Ehrgeschenke, die während zahlreicher diplomatischer Verhanldungen ausgetauscht wurden, in den Besitz der Esterházy.
Das herausragende Stück der Ausstellung bildet das osmanische Prunkzelt, das in den letzten Jahren des 17.Jh. erbeutet wurde. Nach der kostbaren Ausführung zu schließen - es ist auf der Innenseite aufwendig mit stilisierten Blüten und Ornamenten verziert - muss es das Wohnzelt einer hochgestellten (militärischen) Persönlichkeit gewesen sein.

Osmanisches Prunkzelt