Die Sala Terrena im Schloss Esterházy

Die Sala Terrena, die Säulenhalle des Schlosses Esterházy beherbergte bislang das Weingut. 2007 wurde hier erstmals zeitgenössische Kunst gezeigt.

Die Ursprünge des Schlosses Esterházy gehen auf eine Burg aus dem 13. Jahrhundert zurück, die seit damals kontinuierlich umgebaut und vergrößert wurde. 1649 gelangte die Burg in den Besitz der Familie Esterházy und wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts unter Paul I zu einem Barockschloss ausgebaut, das mehr als 300 Jahre Hauptresidenz der Fürstenfamilie war.

Geistiger Vater des Schlossumbaus war der Architekt Charles Moreau (1758 – 1840), der im Auftrag von Fürst Nikolaus II das bis dahin barocke Schloss im „klassizistischen Stil“ der französischen Revolution umbaute. Neben den beiden geplanten seitlichen Anbauten, die in Folge als Theater sowie als Galerie hätten dienen sollen, sah Moreau eine funktionale Änderung des zentralen Gebäudes im Hinblick auf ein Gesamtkonzept der Integration von Natur und Kultur vor.

Durch die Gestaltung der direkt an den Innenhof des Schlosses anschließenden Sala Terrena, bestehend aus jeweils zwei dreischiffigen Säulenvestibülen, sollte ein fließender Übergang des von Menschenhand geschaffenen, baulich geschlossenen Kulturbereiches (Zentraler Innenhof, Hauptgebäude), über den durch neun Arkaden zur Parkanlage hin bereits offenen Bereich der Sala Terrena, hin zur – noch immer künstlich angelegten, aber bereits von der Natur dominierten – Anlage des Englischen Gartens hergestellt werden, in dessen logischer Konsequenz mit dem Leithagebirge der natürliche Abschluss gesetzt wurde.

Die Sala Terrena, die bis 2006 das Esterházysche Weingutbeherbergte, spielt auch in den aktuellen Planungen zur Neukonzeptionierung des Schlossensembles eine zentrale Rolle. Als Rahmen für „Central Europe Revisited I“ wird die zukünftige Bedeutung des Raumes erstmals auch unmittelbar in kulturelle Zusammenhänge gestellt. Die Öffnung der Sala Terrena ist „per se“ ein wichtiger Schritt in die Zukunft eines neuen Schloss-Ensembles, das alte Fäden aufnehmen und konsequent weiter entwickeln will.

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last update 01.12.2009